



In der kinderärztlichen Praxis werden gelegentlich Neugeborene oder Säuglinge zur Diagnostik und Therapie eines sogenannten KISS- oder KIDD-Syndroms vorgestellt.
Da es bis heute keine belastbaren Studien gibt, die das Vorhandensein dieser „Erkrankung“ und eine Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode belegt, von den Kassen nicht finanziert wird und eher auch schädlich sein kann, ist große Skepsis angebracht.
Um die Eingangsfrage zu beantworten, hat die Komission zu Behandlungsverfahren bei Entwicklungsstörungen und zerebralen Bewegungsstörungen ( Deutsche Gesellschaft für Neuropädiatrie e.V. , D. Karch, E. Boltshauser, G. Groß-Selbeck, J. Pietz, H.-G. Schlack) eine Stellungnahme erarbeitet, die ich hier mit den wesentlichen Feststellungen zitieren will. Die vollständige Stellungnahme mit umfassendem Literaturverzeichnis finden Sie hier.
Definition KISS:
Im Jahr 1953 wurde aus vermuteten „Kopfgelenkblockierungen“ nachteilige Folgen für die Entwicklung von Kindern abgeleitet, die in Einzelfällen durch manualtherapeutische Maßnahmen erfolgreich korrigierbar seien.
1993 wurde dafür der Begriff Kopfgelenk-Induzierte-SymmetrieStörung eingeführt.
Symptome bei einem KISS (1)
Kopfschiefhaltung und/oder stark überstreckte Haltung des Kopfes,
einseitige Körperhaltung im Liegen (auch im Schlaf),
Essstörungen,
Schlafstörungen,
Überempfindlichkeit beim Tasten im Nackenbereich,
Schädelasymmetrie,
Abspreizhemmung der Hüfte,
Asymmetrie der Glutaealfalte und schließlich
„Symptome aus dem Stammhirnbereich“ wie
unklares Fieber und Fieberkrämpfe,
Appetitlosigkeit,
Konzentrations- und Kommunikationsschwächen
(1) diese Symptome finden sich genau so auch bei zahlreichen anderen Störungen und sind nicht immer als krankhaft zu werten!
Zusammenfassung der Stellungnahme